Wohngeld-Kürzungen treffen viele
Empfänger von Wohngeld müssen bald mit Kürzungen oder gar der Streichung der Hilfe rechnen – und das sind in Rheinland-Pfalz nicht wenige Menschen. Der VdK warnt vor den Folgen.

„Die Politik scheint zu vergessen, dass hinter den Wohngeldzahlen Menschen stehen!", kritisiert VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger die Reformpläne der Bundesregierung. In Rheinland-Pfalz sind besonders viele Ältere auf das Wohngeld angewiesen – oft alleinlebende Rentnerinnen nach dem Tod ihres Partners. „Für sie ist das Wohngeld kein Zuschuss, sondern die Voraussetzung, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können", erklärt Willi Jäger.
Mit den geplanten Einschnitten beim Wohngeld würden somit erneut Menschen belastet, die sich steigende Ausgaben am wenigsten leisten können. „Wer darauf verweist, stattdessen Grundsicherung zu beantragen, verkennt die Realität, wie wir sie als Rheinland-Pfalz größter Sozialverband täglich in unseren 27 VdK-Beratungsstellen erleben: Viele Berechtigte nehmen diese Leistung aus Scham oder Unwissenheit gar nicht in Anspruch”, sagt der VdK-Vorsitzende.
Der VdK darf seine Mitglieder zwar nicht zum Wohngeld, aber bei Fragen zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beraten. Und wer Grundsicherung beziehen möchte, muss anders als im Wohlgeldbezug, erst seine mühsam ersparten Rücklagen aufbrauchen.
„Die Wohngeld-Plus-Reform vor drei Jahren war das Versprechen, Menschen mit kleinen Einkommen angesichts steigender Wohn- und Energiekosten nicht allein zu lassen. Dieses Versprechen wird nun gebrochen", findet VdK-Vorsitzender Willi Jäger deutliche Worte. Gerade Alleinerziehende und ältere Menschen würden so wichtige Unterstützung verlieren – obwohl die Lebenshaltungskosten weiterhin hoch seien. „Das ist aus Sicht des VdK das falsche Signal und sozial nicht vertretbar", sagt Willi Jäger. „Haushaltslöcher dürfen nicht auf Kosten der Ärmsten gestopft werden!“
Verantwortlich: Katie Scholl-Göttlinger