Kategorie Aktuelle Meldung Rente

VdK: Niedrige Renten sind mehr als eine Statistik

VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger kommentiert die Aussage von Rentenpräsidentin Gundula Roßbach, dass kleine Renten für die Betroffenen nicht unbedingt eine Armutsgefährdung darstellen müssen.

Mann im Mantel
VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger © VdK|Finkenzeller

Rentenpräsidentin: „Keineswegs ein ausreichendes Indiz“

Trotz der Tatsache, dass jede und jeder Zehnte in Deutschland weniger als 300 Euro Bruttorente erhält, sieht Rentenpräsidentin Gundula Roßbach darin keinen eindeutigen Hinweis auf Armut. Gerade bei Paaren zeige sich, dass niedrige Einzelrenten oft durch hohe gemeinsame Einkommen ausgeglichen würden. Geringe Renten seien daher „keineswegs ein ausreichendes Indiz“ für geringe Haushaltseinkommen, zumal unklar bleibe, ob Betroffene freiwillig Teilzeit arbeiteten oder schlecht bezahlt wurden.

VdK: Argument greift zu kurz

Diese Argumentation greift nach Ansicht des VdK jedoch viel zu kurz: Sie blendet aus, wie belastend geringe Renten für viele Menschen tatsächlich sind – gerade dann, wenn kein hohes Partnereinkommen existiert und steigende Lebenshaltungskosten jeden Euro zum Problem machen.

Willi Jäger: "Realität bleibt Kraftakt"

VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger gibt deshalb zu bedenken: „Auch wenn niedrige Renten nicht automatisch Armut bedeuten - für viele Menschen in Rheinland-Pfalz ist die Realität trotzdem ein täglicher finanzieller Kraftakt. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, darf im Alter nicht auf Zufall oder Partnereinkommen angewiesen sein. Deshalb brauchen wir endlich eine Rentenpolitik, die alle Erwerbsverläufe absichert und die gesetzliche Rente auf breitere Schultern verteilt."