MZEB Trier droht Schließung: VdK fordert Neubewertung
Trotz belegtem Bedarf soll das MZEB Trier geschlossen werden. Der VdK sieht darin eine Entscheidung zulasten von Menschen mit Behinderung und warnt vor kurzsichtigen Sparfolgen.
Grund für drohende Schließung
Patienten des MZEBkurz fürMedizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen Trier (Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung) bangen um ihre künftige medizinische Versorgung. Der Grund: Der Zulassungsausschuss für das Land Rheinland-Pfalz hatte im März 2026 eine Weiterführung des Zentrums abgelehnt. Und das, obwohl eine Bedarfsabfrage des Caritasverbands als Träger bei Ärzten, Verbänden und Gesundheitseinrichtungen zuvor noch die Wichtigkeit des MZEBkurz fürMedizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen für die Region aufgezeigt hatte.
Der Zulassungsausschuss besteht in gleicher Zahl aus Vertretenden der Ärzteschaft sowie der Krankenkassen; seine Entscheidungen muss er nicht öffentlich begründen. Das wäre in diesem Fall aber geboten, findet VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger: „Diese Entscheidung geht eindeutig zu Lasten der schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft: Erwachsene mit Behinderung würden durch die Schließung des MZEB ihre dringend benötigte, spezialisierte Versorgung verlieren.“
Forderungem des VdK
Besonders unverständlich ist aus Sicht des VdK, dass die nachgewiesene hohe Bedeutung des Zentrums für die Region offenbar vom Zulassungsausschuss ignoriert wurde. Vielmehr dränge sich der Eindruck auf, dass vor allem Sparüberlegungen der Krankenkassen ausschlaggebend waren. „Das ist kurzsichtig: Eine schlechtere Patientenversorgung führt langfristig nicht zu Einsparungen, sondern zu höheren Folgekosten – sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitssystem insgesamt“, sagt Willi Jäger. „Außerdem darf man den Faktor Barrierefreiheit nicht vergessen. Im Gegensatz zu vielen Arztpraxen sind die MZEB für alle zugänglich!“
Der VdK fordert daher eine transparente Neubewertung der Entscheidung und eine schnelle Lösung, damit sich in der Region Trier keine Versorgungslücke auftut.