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Krankenhausreform: VdK fordert Sicherheit bei der Versorgung

Welche Behandlung gibt es künftig in welchem Krankenhaus? Mit der Krankenhausreform wird die medizinische Versorgung in Rheinland-Pfalz neu geordnet. Der VdK unterstützt diesen Schritt – warnt aber davor, dass längere Wege und neue Strukturen zu Versorgungslücken führen. Besonders Ältere, Menschen mit Behinderung und Kranke ohne eigenes Auto dürfen nicht zu den Verlierern der Reform werden. 

Die Krankenhausreform in Rheinland-Pfalz geht in die entscheidende Phase. Anfang September erhalten die Krankenhäuser die Bescheide darüber, welche medizinischen Leistungen sie künftig anbieten dürfen. Grundlage sind 61 bundesweit einheitliche Leistungsgruppen mit festgelegten personellen und sachlichen Qualitätsanforderungen. Die Veränderungen in der Krankenhausversorgung greifen ab dem 1. Januar 2027 und werden sich voraussichtlich über mehrere Jahre vollziehen.

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz unterstützt die Krankenhausreform grundsätzlich. Ziel ist es, Überkapazitäten abzubauen und die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Gleichzeitig können einzelne Krankenhausabteilungen geschlossen und Bettenzahlen reduziert werden. Kleinere Krankenhäuser könnten künftig verstärkt als sogenannte „Regiokliniken” die ambulante und stationäre Versorgung miteinander verbinden.

„Die Krankenhausreform ist notwendig, sie darf aber nicht nur auf dem Papier funktionieren. Entscheidend ist, was sie für den 78-jährigen Patienten auf dem Land, die Frau mit Behinderung ohne Auto oder Angehörige bedeutet, die plötzlich 40 statt 15 Kilometer zur Behandlung fahren müssen.“, sagt VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger.

Das fordert der VdK

Damit die Reform für die Patientinnen und Patienten funktioniert, fordert der VdK Rheinland-Pfalz:

  • Klare Orientierung für Patientinnen und Patienten: Die Menschen müssen verständlich darüber informiert werden, welches Krankenhaus künftig welche Behandlungen anbietet.
  • Flächendeckende und barrierefreie Erreichbarkeit: Gerade bei Alltagsnotfällen muss medizinische Versorgung weiterhin gut erreichbar sein.
  • Anpassung von Rettungsdienst und Krankentransport: Wenn Behandlungen konzentriert werden und Wege länger werden, müssen Rettungsdienst und Krankentransport rechtzeitig angepasst und finanziert werden.
  • Gesicherte Finanzierung der „Regiokliniken”: Die Finanzierung muss schnell und transparent geklärt werden, damit beim Umbau keine Versorgungslücken entstehen.
  • Versorgungslücken verhindern: Wo für einzelne Leistungsgruppen zu wenige Anträge gestellt wurden, müssen Land und Krankenhausgesellschaft gemeinsam eine flächendeckende Versorgung sicherstellen.

„Wer medizinische Hilfe braucht, muss schnell wissen, wohin er sich wenden kann – unabhängig von Wohnort, Alter oder Behinderung. Das Land muss für Transparenz sorgen und sicherstellen, dass das mit der Reform verbundene Versprechen hinsichtlich einer Steigerung der Qualität auch eingehalten wird“, betont Jäger.

Für den VdK kommt es deshalb nicht allein darauf an, welche Leistungen künftig an welchem Krankenhaus angeboten werden. Entscheidend ist, dass der Umbau der Krankenhauslandschaft aus Sicht der Patientinnen und Patienten funktioniert und eine flächendeckende Versorgung in Rheinland-Pfalz erhalten bleibt.