80 Jahre VdK: Sozialer Auftrag bleibt aktueller denn je
Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz feiert sein 80-jähriges Bestehen, doch das Jubiläum ist nicht nur Anlass zum Feiern. Armut, fehlender bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum sowie Probleme in der Pflege zeigen: Der Einsatz für soziale Gerechtigkeit bleibt notwendig.
Festakt mit Diskussionsrunden
Neustadt an der Weinstraße, 20. Oktober 2026. Als der VdK 1946 als Verband der Kriegsbeschädigten gegründet wurde, zählte er gerade einmal 353 Mitglieder in Rheinland-Pfalz. Heute vertritt er landesweit rund 240.000 Menschen. Mehr als 5.000 Ehrenamtliche engagieren sich in rund 600 Ortsverbänden, über 250 hauptamtliche Mitarbeitende arbeiten in 26 Beratungsstellen.
Einen wesentlichen Grund für diese Entwicklung sieht VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger in der Fähigkeit des Verbands, sich immer wieder zu verändern: „Wäre der VdK eine Interessenvertretung für Kriegsbeschädigte geblieben, würde es ihn heute nicht mehr geben. Wir haben uns neuen gesellschaftlichen Herausforderungen gestellt und uns zu einem modernen Sozialverband entwickelt. Was geblieben ist, ist unser sozialer Auftrag.“
Seinen 80. Geburtstag feierte der Landesverband mit einem Festakt auf dem Hambacher Schloss. Dabei stand nicht nur die Verbandsgeschichte im Mittelpunkt. In mehreren Diskussionsrunden sprachen Gäste aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft über aktuelle soziale Herausforderungen in Rheinland-Pfalz. Mit dabei waren unter anderem Staatssekretärin Kathrin Anklam-Trapp, LSJV-Präsidentin Heike Gorißen-Syrbe sowie ein VdK-Mitglied, das aus eigener Erfahrung schilderte, wie sich soziale Probleme im Alltag von Betroffenen auswirken. VdK-Präsidentin Verena Bentele hielt eine Festrede.
Drei Forderungen an die Landesregierung
Dass der VdK auch nach 80 Jahren gebraucht wird, zeigt für den Verband zugleich, dass viele soziale Probleme weiterhin ungelöst sind. Anlässlich seines Jubiläums bekräftigt der VdK deshalb drei zentrale Forderungen an die Landesregierung:
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Soziale Teilhabe ermöglichen: Rheinland-Pfalz braucht ein landesweites Sozialticket, etwa als vergünstigtes Deutschlandticket, damit auch Menschen mit geringem Einkommen mobil bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
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Bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum schaffen: Das Land muss den Bau und Umbau von bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen stärker vorantreiben, durch mehr Förderung für kommunale Baugesellschaften und Wohnheime für Auszubildende und Studierende.
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Häusliche Pflege verlässlich sichern: Der VdK sieht sich als Interessenvertretung aller Pflegebedürftiger - insbesondere der 85 Prozent, die zu Hause versorgt werden. Sie brauchen keine Leistungskürzungen, sondern verlässliche Unterstützungsstrukturen. Die Pflegestützpunkte müssen erhalten und gestärkt werden. Zudem braucht es bessere Entlastungsangebote für pflegende Angehörige und einen digitalen Pflegeplatzfinder, wenn zum Beispiel Kurzzeitpflege notwendig wird.
Ausblick
„Wir freuen uns über das große Vertrauen, das uns so viele Menschen entgegenbringen. Gleichzeitig werden wir uns nicht damit abfinden, dass weiterhin so viele Menschen auf sozialrechtliche Unterstützung angewiesen sind. Deshalb werden wir uns auch in Zukunft mit Nachdruck für ihre Interessen und Rechte einsetzen“, betont Jäger. „Unser Jubiläum ist nicht nur ein Blick zurück, sondern vor allem ein Auftrag für die Zukunft.“
Verantwortlich: Katie Scholl-Göttlinger



