Kategorie Aktuelle Meldung Gesundheitsvorsorge

Wenn der Arzt Sport verordnet

Von: dpa/ksg

Es gibt kein Medikament, das so gesundheitsfördernd ist wie Bewegung und gleichzeitig kaum Nebenwirkungen hat. Warum also nicht den Wonnemonat Mai nutzen und mehr Bewegung in den eigenen Alltag integrieren. Hierbei kann ein „Rezept für Bewegung“ unterstützen. 

Ein Junge und ein älterer Mann machen Sportübungen.
Für Klein und Groß: Das „Rezept für Bewegung“ soll Menschen allen Alters motivieren. © VdK

Bewegungsangebote mit Qualitätssiegeln

Das sogenannte „Rezept für Bewegung“ ist eine freiwillige ärztliche Empfehlung für mehr körperliche Aktivität. Es soll Menschen jeden Alters motivieren, Bewegung gezielt in ihren Alltag zu integrieren. Auf dem Rezept wird eine geeignete Bewegungsform empfohlen – zum Beispiel Ausdauer-, Kräftigungs- oder Entspannungsangebote. Sport- und Bewegungsangebote mit Qualitätssiegeln finden Interessierte in Sportvereinen ihrer Region. 

„Seit 2011 stellt der Deutsche Olympische Sportbund dieses Rezept schon als Vordruck Ärztinnen und Ärzten in ganz Deutschland kostenlos zur Verfügung“, erklärt Sonja Kremer, Referentin für Sportentwicklung beim Landessportbund Rheinland-Pfalz (LSB). 

Neu: Rezept für Kinder

Seit Ende 2025 gibt es das Rezept nun auch für Kinder. Denn: „Die Folgen von Bewegungsmangel zeigen sich oft erst im fortgeschrittenen Alter. Daher kann man in jungen Jahren mit viel Sport und Bewegung für ein gesundes Alter vorsorgen“, erklärt Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer. Der Empfehlung der WHO zufolge sollten sich Kinder und Jugendliche im Schnitt 60 Minuten am Tag bewegen. 

Doch es ist nie zu spät, um auch im Alter noch mit Sport zu beginnen. Dann ist vorab aber ein Gesundheitscheck beim Hausarzt ratsam, empfiehlt der DOSB in einem Erklärvideo. Positive Nebenwirkungen für die psychische Gesundheit werden auch genannt: Sport in Gemeinschaft schafft Zugehörigkeit und neue Freundschaften – und kann so ein wirksames Mittel gegen Vereinsamung sein. 

Freiwillige ärztliche Leistung

Das „Rezept für Bewegung“ ist eine freiwillige ärztliche Leistung, die nicht über Krankenkassen abgerechnet werden kann. Die Kosten für Vereinsmitgliedschaften und Sportkurse müssten die Patientinnen und Patienten selbst tragen, jedoch bezuschussen einige Krankenkassen die Sportkurse. Zudem können Kinder und Jugendliche ihre Mitgliedschaft in einem Sportverein über das sogenannte Bildungspaket des Bundes finanziell unterstützt bekommen. 

Die Vorteile des Rezepts: Laut DOSB-Studie schafft es mehr Verbindlichkeit, gleichzeitig zeigten sich 82 Prozent der Befragten interessierter an Sportangeboten, wenn sie auf ärztliche Empfehlung erfolgen. 

Info-Kampagne

Mit einer Info-Kampagne hat der Landessportbund Ende April gezielt Hausärzte und Kinder- und Jugendärzte in Rheinland-Pfalz angeschrieben, um sie zur Nutzung des Rezepts auf Bewegung zu motivieren. 

„Ärzte finden das Rezept außerdem zum Download auf der Internetseite des Landessportbunds“, erklärt LSB-Referentin Sonja Kremer. Dort gibt es auch Informationsmaterial sowie Erklärvideos für Patientinnen und Patienten, die mehr über das „Rezept für Bewegung“ wissen wollen. 

Tipps für den Einstieg

- Wählen Sie etwas, das Ihnen Spaß macht
- Starten Sie langsam und steigern Sie sich
- Bewegen Sie sich gemeinsam – das motiviert
- Bleiben Sie dran – auch kleine Schritte sind Erfolge

Mehr Infos unter: Externer Link:www.lsb-rlp.de/rezept-fuer-bewegung

VdK begrüßt das Angebot

Der Sozialverband VdK begrüßt Initiativen wie das „Rezept für Bewegung“, die Menschen zu mehr körperlicher Aktivität motivieren. Bewegung sei ein wichtiger Baustein für Gesundheit und Lebensqualität – gerade auch im Alter oder bei chronischen Erkrankungen. 

Gleichzeitig müssten Angebote aber für alle zugänglich sein. „Wenn Kosten für Sportkurse oder Vereinsmitgliedschaften selbst getragen werden müssen, können gerade Menschen mit geringem Einkommen ausgeschlossen werden“, gibt VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger zu bedenken. Aus Sicht des VdK wäre es sinnvoll, niedrigschwellige und bezahlbare Bewegungsangebote weiter auszubauen und stärker zu fördern, denn „Gesundheitsprävention darf keine Frage des Geldbeutels sein“.