Kategorie Aktuelle Meldung

Katastrophenschutz rund um die Uhr

Von: Katie Scholl-Göttlinger

Was macht eigentlich das 2025 neue gegründete Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK)? Diese Frage stellten die Mitglieder des soziapolitischen Ausschusses (SopoA) während ihrer jüngsten Sitzung einer Referentin und einem Referenten der Abteilung „Risikomanagement und Vorplanung“.

Ein Mann und eine Frau an einem Tisch.
Ist Rheinland-Pfalz auf Katastrophen gut vorbereitet? Markus Försch und Larissa Klee von der Abteilung „Risikomanagement und Vorplanung“ des Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz hatten Antworten auf diese und weitere Fragen der SopoA-Mitglieder. © Katie Scholl-Göttlinger

Eindruck vom Lagezentrum

Frauen und Männer sitzen an Tischen in einem Tagungsraum.
Die Mitglieder des SopoA hatten viele Fragen an die Referentin und den Referenten. © Katie Scholl-Göttlinger

Im VdK-Sitzungssaal werden Bilder einer umgebauten Sporthalle gezeigt. Darin stehen U-förmig angeordnete Tische, an jedem Sitzplatz ist ein einsatzbereiter Laptop aufgebaut. Hier wird bei einem landesweiten Notfall getagt. Dann wechselt die Präsentation ins „Lagezentrum Bevölkerungsschutz“, dort hängt eine Landkarte von Rheinland-Pfalz, die zum Beispiel aktuelle Pegelstände anzeigt. Diese Bilder geben den Mitgliedern des SopoA einen Eindruck vom Lagezentrum als Herzstück des neu gegründeten Landesamts für Brand- und Katastrophenschutz.

Aus der Flutkatastrophe gelernt

„24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, ist das Lagezentrum mit mindestens drei Mitarbeitenden besetzt, die im Blick haben, was im Land passiert – auch in der Nacht“, erklärt Markus Försch. Er gehört der Abteilung „Risikomanagement und Vorplanung“ an.

Das Lagezentrum für Bevölkerungsschutz wurde als Konsequenz aus der Flutkatastrophe von 2021 gegründet. Das Ausmaß der steigenden Wassermassen war damals von den Behörden unterschätzt worden, Zuständigkeiten waren unklar.

Alle drei Stunden aktualisiert

Heute entsteht in Koblenz alle drei Stunden ein neues Lagebild für Rheinland-Pfalz. Wettersituation, Pegelstände, verfügbare Einsatzkräfte sowie Informationen zur kritischen Infrastruktur, etwa zur Stromversorgung, laufen im Lagezentrum zusammen. Sie werden analysiert und bei Bedarf an die Kommunen weitergegeben. „Auch Angaben zur Auslastung der Krankenhäuser werden beobachtet“, erklärt Markus Försch. Er betont, dass das Landesamt mit seinen einzelnen Abteilungen und Referaten derzeit noch im Aufbau sei.

 

Eine Frau betrachtet einen Flyer.
SopoA-Vorsitzende Rebecca Scherer interessierte sich für den Flyer "Vorsorge für Krisen und Katastrophen". © Katie Scholl-Göttlinger

Resiliente Bevölkerung

Eines dieser Referate ist das von Larissa Klee. Ihr Schwerpunkthema: „Resiliente Bevölkerung“. Doch was bedeutet Resilienz und warum ist sie im Katastrophenfall wichtig? Das wollten die Mitglieder des SopoA wissen.

„Eine resiliente Bevölkerung zeichnet sich durch verschiedene Merkmale aus, unter anderem dadurch, wie sie auf Katastrophen reagiert und mit diesen umgeht“, erklärt Larissa Klee. „Je resilienter eine Gemeinschaft ist, umso weniger gravierend sind die Auswirkungen einer Katastrophe. Faktoren sind zum Beispiel starke soziale Netzwerke zwischen Menschen und Gruppen, lokale Verbundenheit und institutionelles Vertrauen.“

VdK als Partner

Frauen und Männer in der Diskussion an Tischen.
In der Diskussion (von links): Anita Winkler, stellvertretende VdK-Landesverbandsvorsitzende, Merle Köppelmann und Moritz Ehl von der VdK-Abteilung Sozialpolitik und Sozialrecht sowie Referent Markus Försch und Referentin Larissa Klee. © Katie Scholl-Göttlinger

Über diese Faktoren diskutierten die Mitglieder des SopoA unter Vorsitz von Rebecca Scherer anschließend intensiv. „Dann könnte man unsere VdK-Ortsverbände, in denen Gemeinschaft gelebt wird, ja als Basis der Resilienz bezeichnen“, schlussfolgerte die stellvertretende VdK-Landesverbandsvorsitzende Anita Winkler.

Diese Ansicht teilte Referentin Larissa Klee: „Das Landesamt ist sehr interessiert am VdK als Anknüpfungspunkt. Wir wissen, dass es ein Prozess ist, wenn man das Bewusstsein für Katastrophenschutz in der Bevölkerung verändern will.“

Was tun im Katastrophenfall?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat alle wichtigen Informationen in einem Externer Link:Flyer zusammen gestellt.