"80 Jahre VdK: Jung alt werden"
VdK-Landesverbandsvorsitzender Willi Jäger erklärt, wie der VdK Rheinland-Pfalz durch Wandel und Anpassung 80 Jahre bestehen konnte und warum er als moderner Sozialverband auch in Zukunft von den Menschen gebraucht wird.

Am 20. Oktober feiert der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz seinen 80. Geburtstag! Das ist an sich nicht sonderlich interessant. Interessant ist, wie der VdK überhaupt so alt werden konnte. Um das zu verstehen, müssen wir die Verbandsentwicklung betrachten.
Gegründet wurden wir als „Verband der rheinischen Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen aus den Weltkriegen 1914-1918 und 1939-1945“. Das Wort „sozial“ tauchte in unserem Namen gar nicht auf. Wir waren eine Selbsthilfeorganisation von Kriegsopfern mit nur 353 Mitgliedern.
Mittlerweile heißen wir „Sozialverband VdK“ und haben fast 240 000 Mitglieder in Rheinland-Pfalz, deutschlandweit 2,3 Millionen. Kriegsbeschädigte sind kaum noch darunter. Wir sind die größte Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung, chronisch Kranken, Sozialversicherten sowie Rentnerinnen und Rentner.
Wie konnten wir uns so verändern? Weil wir es wollten. Und weil wir es mussten. Wäre der VdK ein Verband für Kriegsbeschädigte geblieben, gäbe es ihn heute nicht mehr. Das kann man gut an den Mitgliedszahlen ablesen; sie sanken seit Anfang der 60er Jahre stetig.
Deswegen öffnete sich der VdK neuen Zielgruppen. Er wurde vom Kriegsbeschädigten- zum Sozialverband. Ein Richtungswechsel, aus der Not geboren, der auf unglaublich hohe Nachfrage stieß. Unsere Gesellschaft brauchte einen Verband, der lautstark für soziale Gerechtigkeit kämpft, der Betroffene bei Anträgen, Widersprüchen und Klagen unterstützt, der Gemeinschaft über soziale Grenzen hinweg lebt.
Wenn man eines aus unserer Geschichte lernen kann: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.
Der Sozialverband VdK wird weiter mit der Zeit gehen. Und jung alt werden.
Ihr
Willi Jäger
VdK-Landesverbandsvorsitzender